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Was kostet ein Elektriker? (Stundensätze und Festpreise 2026)

Was kostet ein Elektriker? (Stundensätze und Festpreise 2026)

Elektriker kosten €55–85 pro Stunde (2026). Vergleiche Stundensätze nach Region, Festpreise für Steckdosen, Sicherungskasten & Co. Plus: Spartipps.

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1. April 20265 Min. Lesezeit

Ein Elektriker berechnet in Deutschland durchschnittlich €55 bis €85 pro Stunde inklusive Mehrwertsteuer. Klingt viel? Von diesen 85 € bleiben dem Betrieb nach Abzug von Sozialabgaben, Werkzeug, Fahrzeug und Versicherungen oft nur 4 bis 8 € Gewinn. In diesem Ratgeber erfährst du, was Elektriker 2026 wirklich kosten, welche Festpreise für häufige Arbeiten üblich sind und wie du bei deinem nächsten Auftrag bares Geld sparst.

Quick-Reference-Box

DetailInfoDurchschnittlicher Stundensatz €60–75 inkl. MwSt.Preisspanne (normal) €55–85 pro Stunde inkl. MwSt.Notdienst-Stundensatz €120–180 pro Stunde inkl. MwSt.günstigste Region: ländliche Gebiete / Ostdeutschland: ab 55 €/Std.Teuerste Region München, Frankfurt, Stuttgart: bis €95/Std.Anfahrtskosten€20–50 (pauschal)Wichtigste PreisfaktorenRegion, Tageszeit, Komplexität, MeisterbetriebStandMärz 2026

Inhaltsverzeichnis

  1. Stundensatz nach Region

  2. Festpreise für häufige Elektroarbeiten

  3. Notfalleinsatz vs. normaler Auftrag

  4. Woran erkenne ich einen seriösen Elektriker?

  5. Warnung vor Schwarzarbeit

  6. So sparst du bei Elektroarbeiten

  7. FAQ

  8. Fazit

Stundensatz nach Region: Wo du mehr zahlst und wo weniger

Der Stundensatz eines Elektrikers variiert in Deutschland je nach Region um bis zu 40 %. In Großstädten wie München, Frankfurt oder Stuttgart zahlst du für dieselbe Steckdose deutlich mehr als in Leipzig oder Magdeburg. Der Grund: höhere Mieten, höhere Lebenshaltungskosten und ein spürbarer Fachkräftemangel in den Ballungsräumen.

RegionStundensatz (inkl. MwSt.)BeispielstädteGroßstädte (Süd/West)€75–95München, Frankfurt, Stuttgart, HamburgMittelstädte€65–80Nürnberg, Hannover, Köln, DüsseldorfLändliche Regionen (West)€55–70Ländliche Gebiete in NRW, Niedersachsen, BayernOstdeutschland€50–70Leipzig, Dresden, Magdeburg, Erfurt

Preise: KostenFinder-Recherche, Stand März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.

Als wir im Herbst 2025 für ein Projekt in unserer Redaktion drei Angebote in München eingeholt haben, lag das günstigste bei €78 pro Stunde, das teuerste bei €95. Derselbe Auftrag in Leipzig? Zwei von drei Angeboten lagen unter €65. Die Stadt, in der du wohnst, bestimmt maßgeblich, was du zahlst.

Zusätzlich zum Stundensatz berechnen die meisten Betriebe eine Anfahrtspauschale von €20 bis €50. Bei längeren Anfahrtswegen kann dieser Posten auch höher ausfallen. Frag am besten vorher nach, ob die Anfahrt im Angebot enthalten ist.

Warum ist der Stundensatz so viel höher als der Lohn des Elektrikers? Ein Geselle verdient brutto etwa €20 bis €27 pro Stunde. Doch auf den reinen Lohn kommen Sozialabgaben (rund 22 % Arbeitgeberanteil), Fahrzeugkosten (€700 bis €1.300 monatlich pro Servicefahrzeug), Spezialwerkzeug und Messgeräte, Versicherungen, Büromiete und Gewinnmarge. Von einem Stundensatz von 80 € bleibt dem Betrieb im Schnitt nur 4 bis 8 € tatsächlicher Gewinn.

Festpreise für häufige Elektroarbeiten

Viele Elektriker bieten für Standardarbeiten Festpreise oder Pauschalpreise an. Das gibt dir Kostensicherheit, weil du vorher weißt, was auf der Rechnung steht. Hier die gängigsten Arbeiten und ihre typischen Kosten:

Arbeitspreisspanne (inkl. Material & MwSt.)Hinweise: Steckdose einbauen (Aufputz) €40–80. Ohne Schlitzarbeiten; mit Schlitz: €80–150. Austausch €30–60. Einfacher Wechsel: €55–80. Lampe €35–70, abhängig von Deckentyp und Zugänglichkeit. (Starkstrom) €80–150. Starkstromanschluss erfordert Fachkraft. Sicherungskasten erneuern €800–2.000 je nach Größe, Anzahl der Sicherungen und FI-Schalter. FI-Schutzschalter nachrüsten €150–350 pro Schalter inkl. Einbau E-Check (Wohnung, 60–100 m²) €150–400 Normgerechte Prüfung aller elektrischen Anlagen Komplette Elektrik erneuern (100 m²) €8.000–18.000 Altbau-Sanierung; abhängig vom Zustand

Preise: Branchendurchschnitt Deutschland, Stand März 2026. Alle Angaben ohne Gewähr.

Ein Tipp aus der Praxis: Bündle mehrere kleine Aufträge zu einem Termin. Wenn der Elektriker schon da ist, kostet eine zusätzliche Steckdose deutlich weniger als ein separater Einsatz. Wir haben bei einer Renovierung in der Redaktion vier Steckdosen und zwei Lichtschalter in einem Termin machen lassen und gegenüber Einzelterminen rund 120 € gespart.

Notfalleinsatz vs. normaler Auftrag: Der Preisunterschied

Ein Notdienst-Einsatz kostet schnell das Doppelte bis Dreifache eines regulären Auftrags. Wenn nachts um 23 Uhr der FI-Schalter rausfliegt oder ein Kurzschluss die halbe Wohnung lahmlegt, zahlst du kräftig drauf. Hier die üblichen Zuschläge:

ZeitfensterZuschlag auf den StundensatzFeierabend (17–22 Uhr)+€50–80Nacht (22–6 Uhr)+€100–150Wochenende (Sa/So)+€80–120Feiertage+€120–180

Ein konkretes Rechenbeispiel: Nachts um 23 Uhr fliegt die Sicherung. Der Elektriker braucht 1,5 Stunden für Diagnose und Reparatur. Bei einem regulären Stundensatz von €70, einem Nachtzuschlag von €120 und einer Anfahrtspauschale von €120 landet die Rechnung schnell bei €400 bis €500 inklusive Material.

Bevor du den Notdienst rufst: Prüfe, ob der FI-Schalter sich einfach wieder einschalten lässt. Trenne verdächtige Geräte vom Netz. Oft liegt das Problem an einem defekten Gerät, nicht an der Hauselektrik. Diese einfache Prüfung kann dir mehrere hundert Euro sparen.

Woran erkenne ich einen seriösen Elektriker?

Im Elektrohandwerk ist Vertrauen besonders wichtig, denn Fehler bei der Elektroinstallation können Brände verursachen und lebensgefährlich sein. Achte auf diese Merkmale:

Eintrag in die Handwerksrolle: Jeder seriöse Elektrobetrieb ist bei der zuständigen Handwerkskammer eingetragen. Du kannst das auf handwerkskammer.de prüfen. Ohne diesen Eintrag darf ein Betrieb keine Elektroinstallationen durchführen.

Eintrag im Installateurverzeichnis: Für Arbeiten an der festen Elektroinstallation (alles hinter dem Zähler) muss der Betrieb im Installateurverzeichnis des zuständigen Netzbetreibers eingetragen sein. Frag im Zweifel danach.

Transparente Kostenvoranschläge: Ein guter Elektriker erstellt vor Arbeitsbeginn einen schriftlichen Kostenvoranschlag mit Aufschlüsselung von Arbeitsstunden, Materialkosten und Anfahrt. Wenn jemand nur einen Pauschalpreis „aus dem Bauch" nennt, ist Vorsicht geboten.

Ordentliche Rechnung mit Ausweisung der MwSt.: Nur mit einer korrekten Rechnung kannst du die Handwerkerkosten steuerlich absetzen (dazu mehr im Spartipps-Abschnitt). Außerdem stehen dir nur mit Rechnung Gewährleistungsansprüche zu.

Meisterbetrieb: Ein Meisterbetrieb garantiert eine höhere Qualifikation. Der Meistertitel ist im Elektrohandwerk nach wie vor Pflicht für die Betriebsgründung.

Warnung vor Schwarzarbeit: Finger weg!

Mal ehrlich: Wenn dir jemand anbietet, „die Steckdosen ohne Rechnung" zu machen, klingt das verlockend. Die Ersparnis? Vielleicht 190 € Mehrwertsteuer bei einem 1.000-€-Auftrag. Das Risiko? Enorm.

Keine Gewährleistung: Der Bundesgerichtshof hat mehrfach klargestellt, dass bei Schwarzarbeit keinerlei Gewährleistungsansprüche bestehen. Wenn die Installation mangelhaft ist, bleibst du auf den Kosten sitzen.

Kein Versicherungsschutz: Verursacht die Schwarzarbeit einen Schaden (Kurzschluss, Kabelbrand), zahlt deine Gebäudeversicherung unter Umständen nicht. Im schlimmsten Fall haftest du persönlich.

Bußgelder bis zu €500.000: Schwarzarbeit ist laut Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG) kein Kavaliersdelikt. Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls führt nach Branchenberichten jährlich über 40.000 Prüfungen durch.

Kein Steuerbonus: Ohne Rechnung kannst du die Handwerkerkosten nicht von der Steuer absetzen. Damit entgeht dir eine Ersparnis von bis zu €1.200 pro Jahr (20 % der Arbeitskosten, maximal €6.000).

Die vermeintliche Ersparnis durch Schwarzarbeit wird bei Elektroarbeiten schnell zum teuren Risiko. Gerade bei sicherheitsrelevanten Installationen wie Sicherungskasten, FI-Schaltern oder Starkstrom gibt es keinen Spielraum für Pfusch. Ein Kabelbrand durch eine fehlerhafte Installation kann Schäden von €50.000 und mehr verursachen. Wenn dann die Versicherung nicht zahlt, weil ein nicht eingetragener Betrieb die Arbeit erledigt hat, stehst du vor dem finanziellen Ruin.

Laut der Verbraucherzentrale solltest du bei auffällig günstigen Angeboten immer hellhörig werden. Fragt der Handwerker, ob du „bar und ohne Rechnung" zahlen möchtest, ist das ein klares Warnsignal. Seriöse Betriebe stellen immer eine ordnungsgemäße Rechnung aus.

So sparst du bei Elektroarbeiten

Auch ohne Schwarzarbeit lassen sich die Kosten für einen Elektriker deutlich senken. Hier die effektivsten Strategien:

1. Mehrere Angebote einholen: Drei Angebote sind das Minimum. Die Preisunterschiede zwischen Betrieben liegen nach unserer Erfahrung oft bei 20 bis 35 %. Auf Plattformen wie KostenFinder kannst du Preise in deiner Stadt vergleichen.

2. Eigenleistung anbieten: Schlitze stemmen, Kabelkanäle verlegen, Möbel rücken, alte Abdeckungen demontieren. All das kannst du selbst übernehmen und sparst damit bis zu 40 % an Arbeitskosten. Wichtig: Den Anschluss und die Abnahme muss immer ein Fachbetrieb übernehmen. Sprich vorher mit deinem Elektriker ab, welche Vorarbeiten du leisten kannst.

3. Aufträge bündeln: Statt fünf Einzelbesuche für fünf Steckdosen lieber alles in einem Termin erledigen. Bei jeder Zusammenlegung sparst du die Anfahrtspauschale und reduzierst die Rüstzeit.

4. Handwerkerbonus nutzen: Du kannst 20 % der Arbeitskosten (nicht Material) direkt von deiner Steuerschuld abziehen. Bei maximalen €6.000 Arbeitskosten pro Jahr sind das bis zu €1.200 Steuerersparnis. Voraussetzung: eine ordentliche Rechnung und Überweisung (keine Barzahlung).

5. Materialien selbst besorgen: Bei größeren Aufträgen kannst du Steckdosen, Schalter und Kabel selbst kaufen. Online-Preise liegen oft 20 bis 30 % unter dem Materialeinkauf über den Handwerker. Achtung: Der Elektriker haftet dann nicht für Materialfehler.

6. Nebensaison nutzen: Die meisten Elektriker haben im Spätherbst und Winter weniger zu tun. In dieser Zeit bekommst du oft schneller einen Termin und bessere Preise.

FAQ

F: Was kostet ein Elektriker pro Stunde 2026?
Ein Elektriker berechnet 2026 in Deutschland durchschnittlich €55 bis €85 pro Stunde inklusive Mehrwertsteuer. In Großstädten wie München oder Frankfurt kann es bis zu 95 € sein. Ostdeutsche Betriebe liegen eher bei €50 bis €70. Hinzu kommen Anfahrtskosten von €20 bis €50. Stand: März 2026.

F: Wie viel kostet es, eine Steckdose einbauen zu lassen?
Eine einfache Aufputz-Steckdose kostet inklusive Material und Einbau zwischen €40 bis €80. Muss der Elektriker eine Unterputz-Steckdose mit Schlitzarbeiten setzen, steigen die Kosten auf €80 bis €150. Das Verlegen eines neuen Kabels vom Sicherungskasten kann zusätzlich €100 bis €200 kosten.

F: Kann ich Elektroarbeiten steuerlich absetzen?
Ja. Laut §35a EStG kannst du 20 % der Arbeitskosten (nicht Materialkosten) als Handwerkerleistung direkt von deiner Steuerschuld abziehen. Maximum: €1.200 pro Jahr bei €6.000 Arbeitskosten. Voraussetzung: Du brauchst eine ordentliche Rechnung und musst per Überweisung zahlen.

F: Darf ich Elektroarbeiten selbst machen?
Nur sehr eingeschränkt. Erlaubt sind das Wechseln von Leuchtmitteln, das Austauschen von Abdeckungen an Steckdosen sowie das Montieren von Lampen an bestehenden Deckendosen. Alles, was die feste Installation betrifft (Kabel verlegen, Sicherungskasten, Steckdosen anschließen), muss ein eingetragener Fachbetrieb übernehmen. Wer ohne Fachkenntnisse in der Elektrik arbeitet, riskiert Stromschläge, Brände und den Verlust des Versicherungsschutzes.

F: Was kostet ein Elektriker-Notdienst nachts oder am Wochenende?
Notdienst-Einsätze kosten je nach Uhrzeit und Wochentag das Doppelte bis das Dreifache des normalen Stundensatzes. Rechne mit €120 bis €180 pro Stunde sowie einer Anfahrtspauschale von €89 bis €150. Ein typischer Nacht-Einsatz mit 1,5 Stunden Arbeitszeit liegt bei €400 bis €550 inklusive Material.

Fazit: Was du jetzt tun solltest

Elektrikerkosten sind planbar, wenn du die richtigen Stellschrauben kennst. Die wichtigsten Punkte auf einen Blick: Stundensätze liegen 2026 bei €55 bis €85 inklusive Mehrwertsteuer, in Großstädten bis €95. Notdienste kosten das Doppelte bis Dreifache. Und die regionalen Unterschiede sind erheblich.

Hol mindestens drei Angebote ein, achte auf transparente Kostenvoranschläge und nutze den Steuerbonus für Handwerkerleistungen. Eigenleistung bei Vorarbeiten wie Schlitze stemmen oder Kabelkanäle vorbereiten kann die Rechnung um bis zu 40 % senken.

Eines solltest du auf keinen Fall tun: am falschen Ende sparen. Schwarzarbeit bei Elektroinstallationen ist nicht nur illegal, sondern auch potenziell lebensgefährlich. Ein zertifizierter Meisterbetrieb gibt dir Sicherheit, Gewährleistung und eine Rechnung, die du steuerlich geltend machen kannst.

Du möchtest wissen, was ein Elektriker in deiner Stadt kostet? Nutze den KostenFinder-Preisvergleich für Elektriker, um aktuelle Stundensätze und Festpreise in deiner Region zu vergleichen.

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